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(15.05.13) Der Ökobilanz-Spezialist habe deutlich gemacht, dass sich die Politik auf Methoden berufe, die sich vor allem durch Willkür und "gewaltige Unsicherheiten" auszeichneten. So schwankten die berechneten iLUC-Werte für Biokraftstoffe immens und seien davon abhängig, welche Annahmen getroffen würden. Diese könnten jedoch nicht in der Realität überprüft werden. Ein und derselbe Biokraftstoff wiesen in der Welt von iLUC deshalb größere Differenzen in der Ökobilanz auf als die Werte einer Erbse im Vergleich zu denen eines Rindersteaks.
Unlogisch sei für den Experten auch, warum laut EU-Kommission ausschließlich Biokraftstoffe für eine iLUC-Bilanz herangezogen werden sollen. "iLUC für alle oder für keinen muss die Devise lauten", sagte Finkbeiner, da auch beim Häuserbau oder dem Anlegen eines Golfplatzes indirekte Effekte die Folgen wären. Vor allem aber bewege sich die noch in den Kinderschuhen steckende iLUC-Berechnung ausschließlich in der Dimension einer Hypothese. "Indirekte Landnutzungsänderungen lassen sich weder beobachten noch messen. Da kann man auch in die Kristallkugel schauen", sagte Finkbeiner, der dafür wirbt, stattdessen erprobte Methoden der Ökobilanzierung zu nutzen.
VDB-Präsident Detlef Evers und OVID-Präsident Wilhelm Thywissen sehen die Studie als Bestätigung ihrer eigenen Kritik an der geplanten politischen Kehrtwende. "Die EU will ein Gesetz, das einen nachhaltig arbeitenden Wirtschaftszweig real in den Ruin treibt, auf Methoden stützen, die von der Wissenschaft als irreal belächelt werden. Das ist für uns als betroffene Industrie nicht hinnehmbar", so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen in Berlin. 67 Prozent des deutschen Rapsöls werden zu Biodiesel verarbeitet. Ohne die Nachfrage nach Biokraftstoffen würden die europäischen Ölmühlen ihren wichtigsten Absatzmarkt verlieren. Beide Verbände sind sich einig, dass die angestrebte EU-Politik zwar den europäischen Rapsanbau ins Abseits befördert, aber keinen einzigen Baum im Regenwald rettet. Hintergrund: Nur fünf bis acht Prozent des weltweiten Palmöls werden für Biokraftstoffe verwendet. "Wir lehnen iLUC-Faktoren als CO2-Malus aus gutem Grund in jeglicher Form ab, denn sie sind wissenschaftlich unseriös. Der EU-Kommission fehlt der Mut, wirksame Maßnahmen gegen Rodungen in den allseits bekannten Problemländern zu ergreifen", betonte Evers.
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